Die Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis), die umgangssprachlich auch als Erntemilbe, Grasmilbe oder Holzmilbe bezeichnet wird, gehört zur Familie der Trombiculidae. Probleme verursacht sie vor allem im Larvenstadium. Dann sucht sie Menschen oder Tiere als Wirt auf und löst durch ihre Bisse einen starken Juckreiz aus. Erwachsene Tiere leben dagegen im Boden und sind für Menschen ungefährlich.
Vorkommen und Lebensweise
Die Milben sind in vielen Teilen Europas verbreitet und kommen vor allem in warmen, feuchten Regionen vor. Typische Lebensräume sind Wiesen, Gärten, Parks und Waldränder. Die Larven sitzen bevorzugt auf Gräsern oder niedrigen Pflanzen und warten auf vorbeikommende Wirte. Ihre Hauptsaison ist im Spätsommer und Herbst. Die Entwicklung der Tiere verläuft in mehreren Schritten: Aus den Eiern schlüpfen Larven, die für kurze Zeit parasitisch leben. Danach entwickeln sie sich im Boden über Nymphenstadien zu erwachsenen Milben, die frei leben und keine Wirte mehr befallen.
Auswirkungen auf Menschen und Tiere
Die Larven sind zwar nur etwa ein Viertel Millimeter groß, ihre Stiche sind jedoch deutlich spürbar. Nach dem Biss entstehen kleine, rote Quaddeln, die stark jucken und oft mehrere Tage lang Beschwerden verursachen. Besonders betroffen sind Körperstellen, an denen die Kleidung eng anliegt, zum Beispiel die Knöchel, die Kniekehlen oder der Bauch. Auch Hunde und Katzen sind häufig befallen. Sie kratzen sich dann auffällig, besonders an den Pfoten, den Ohrrändern und am Bauch. Bei hellem Fell lassen sich manchmal die kleinen orangen Punkte erkennen.
Vorbeugung und Bekämpfung
Eine direkte Ausrottung der Milben im Freien ist kaum möglich, da sie natürlicherweise in Böden und Wiesen vorkommen. Dennoch gibt es wirksame Möglichkeiten, den Kontakt zu verringern und Beschwerden zu lindern. Im Garten hilft es beispielsweise, den Rasen regelmäßig zu mähen und Sträucher zurückzuschneiden, da Milben hohe, feuchte Vegetation bevorzugen. Gartenmöbel sollten eher auf Stein oder der Terrasse als direkt auf der Wiese stehen.
Menschen können sich schützen, indem sie beim Aufenthalt im Gras lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen und die Hosenbeine in die Socken stecken. Nach der Gartenarbeit oder Spaziergängen ist es sinnvoll, sofort zu duschen und die Kleidung zu wechseln. Wenn die Kleidung bei 60 Grad gewaschen wird, werden die Larven sicher abgetötet. Auch Insektenschutzmittel können helfen, da viele gängige Sprays gegen Mücken oder Zecken auch Grasmilben fernhalten.
Bei Haustieren ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig. Nach Spaziergängen sollten Pfoten, Bauch und Ohren gründlich untersucht werden. Zur Vorbeugung und Behandlung eignen sich vor allem Spot-on-Präparate oder Sprays, die vom Tierarzt empfohlen werden. Hausmittel wie Öle, Essig oder Alkohol sind dagegen wirkungslos und reizen die Haut oft zusätzlich. Zeigen sich starke Juckreiz oder Hautentzündungen, ist ein Tierarztbesuch sinnvoll.
Behandlung von Beschwerden
Bei einem bestehenden Befall steht die Linderung der Symptome im Vordergrund. Kühle Duschen oder Umschläge können den Juckreiz vorübergehend lindern. Hautpflegende Lotionen oder Gele mit Aloe Vera, Menthol oder speziellen Wirkstoffen aus der Apotheke helfen ebenfalls. Bei besonders starkem Juckreiz können Antihistaminika oder schwache Kortisonsalben eingesetzt werden, allerdings nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker. Wichtig ist, die Stiche möglichst nicht aufzukratzen, um Infektionen der Haut zu vermeiden.
Abgrenzung
Obwohl die Larven unangenehm sind, übertragen sie in Europa keine Krankheiten. Sie unterscheiden sich deutlich von Zecken, die größer sind und Blut saugen. Auch mit den in Wohnungen vorkommenden Staubmilben haben Herbstgrasmilben nichts zu tun.


